
Energiesysteme

Verantwortlicher
Prof. Dr. Michael Danzer
Universität Bayreuth
Der Lehrstuhl Elektrische Energiesysteme im TAO Verbund
Ziel der Arbeit am Lehrstuhl ist die Erforschung methodischer Grundlagen für eine effiziente und nachhaltige Energiewandlung und -speicherung im Allgemeinen sowie eines dynamischen, langlebigen und zuverlässigen Einsatzes von Batterien und Brennstoffzellen im Speziellen. Die Anwendungsfelder umfassen dabei mobile, portable und stationäre Anwendungen. Die entwickelten Verfahren und Modelle sollen dabei sowohl in der Elektromobilität als auch für gebäudeintegrierte und netzgekoppelte Speicher und Wandler nutzbar gemacht werden können.
Elektrische und elektrochemische Energiespeicher und -wandler
Das Forschungsgebiet des Lerhstuhls Elektrische Energiesysteme ist die systemtechnische Betrachtung elektrischer und elektrochemischer Energiespeicher und -wandler. Im Fokus der Forschungsaktivitäten sind dabei zum einen die Analyse und Modellierung elektrochemischer Energiesysteme wie Lithium-Ionen-Batterien und PEM-Brennstoffzellen. Zum anderen forscht die Gruppe zu Methoden der Batteriesystemtechnik für mobile und stationäre Anwendungen und entwickelt modellbasierte Algorithmen für moderne Batterie- und Energie-Management-Systeme. Die Themen sind gemäß der folgenden Abbildung strukturiert in die beiden Technologiesäulen der Batterien und Brennstoffzellen, den vier Querschnittsthemen von der Anwendung bis zu den Grundlagen sowie zwei Plattformprojekten.
Die Kompetenzfelder
Die experimentelle, theoretische und methodische Expertise der Forschungsgruppe zeichnet sich durch folgende Kompetenzfelder aus:
- Elektrochemische, elektrothermische und elektromechanische Analyse der Performance und Alterung elektrochemischer Energiespeicher und -wandler
- Modellierung des kurz- (Performance) und langfristigen (Alterung) Verhaltens von Batterien und Brennstoffzellen
- Modellbasierte Zustandsschätzung sowie Leistungs-, Energie- und Lebensdauerprognose
- Elektrochemische Impedanzspektroskopie und Zeitbereichsanalyse (Verteilung von Zeitkonstanten)
- Beobachter-, Filter- und Reglerkonzepte für energietechnische Systeme
- Modellbasierte Algorithmen für Batterie- und Energie-Management-Systeme


Verantwortlicher
Prof. Dr.-Ing. Mark-M.Bakran
Universität Bayreuth
Kompetenzen
Das energietechnische Forschungsportfolio wird von folgenden Themen repräsentiert
- Sichere elektrische Wandler
- HVDC-Energieübertragung
- Elektrische Energiespeicher
- Leistungselektronik
Die Forschung des Lehrstuhls konzentriert sich auf energietechnische und antriebstechnische Anwendungen der Mechatronik, wobei die Leistungselektronik die verbindende Rolle einnimmt. In der modernen Energiewandlung entspricht das dem Trend, dass ein immer größerer Anteil der Energie elektrisch ist und dabei wiederum die Leistungselektronik die zentrale Rolle des Energiewandlers einnimmt.
Die Entwicklung von neuen Schaltungstechniken, die Nutzung neuartiger Bauelemente und die systemtechnische Optimierung sind Schwerpunkte der Arbeit.
Aktuelles Forschungsbeispiel: Sichere elektrische Wandler - Untersuchung von Maßnahmen zur Steigerung der Sicherheit von elektrischer Energieübertragung
- Funktionale Sicherheit in der Leistungselektronik
- Maßnahmen zur Steigerung der Verfügbarkeit von leistungselektronischen Schaltungen
- Simulation, Berechnung, Aufbau und Untersuchung von Wandlern (DC-DC, AC-DC)
- Erkennung von fehlerhaften leistungselektronischen Bauteilen
- Vermeidung von Folgefehlern in leistungselektronischen Schaltungen
5-Level Flying Capacitor Multilevel DC/DC Converter circuit, prototype and fault tree analysis

Verantwortlicher
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fischerauer
Universität Bayreuth
Kompetenzen
Der Lehrstuhl bringt in das ZET solche Aspekte der Automatisierungstechnik ein, die mit energietechnischen Fragestellungen zu tun haben. Beispiele unserer Kompetenzen sind:
- Modellbildung, Simulation und Entwurf (FEM, Matlab/Simulink, …);
- Herstellung von Strukturen und Bauelementen, vor allem Sensoren, in Dünnschichttechnologie;
- Schaltungsentwicklung, Steuerungstechnik;
- Prüfstandsbau, Test und Charakterisierung.
Damit erarbeiten wir Lösungen für folgende und weitere Anwendungsgebiete:
- Elektromotoren
- Windkraftanlagen
- Verbrennungsprozesse
- Thermoelektrische Generatoren
- Energieübertragung
- Drahtlose Informationssysteme
Dahinter steht die Vision: Bessere Energieeffizienz durch bessere Prozessführung.
Aktuelles Forschungsbeispiel:
Entwicklung eines adaptiven kinetischen Energy Harvesters zum Einsatz in energieautarken Gebäuden
Die Welt wird immer vernetzter. Künftig werden immer mehr Sensoren ihre Umgebung überwachen und ihre Informationen per Funk an andere Geräte senden. Um den wenig umweltfreundlichen Einsatz von Batterien zu vermeiden, beziehen Funksensorknoten der Zukunft ihre Energie über Energy-Harvesting aus ihrer Umgebung. Beim kinetischen Energy-Harvesting etwa soll die in häuslichen Mikrovibrationen (zufallende Tür, vorbeilaufende Menschen) enthaltene Energie genutzt werden. Der Harvester ist dabei auf eine Vibrationsfrequenz eingestellt; verändert diese sich, kann keine Energie mehr geerntet werden. Darum muss das System adaptiert (angepasst) werden.
Die Forschungsarbeit des ZET bezieht sich auf Grundlagen zur Nutzbarmachung von Gebäudevibrationen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Selbstadaptivität des Harvesters. Die große Herausforderung dabei ist es, die regelmäßige Selbstanpassung so zu gestalten, dass der Aufwand für ihren Betrieb den durch sie erreichten energetischen Nutzen nicht übersteigt.
Verantwortlicher
Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann
Universität Bayreuth
Kompetenzen
Der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik und Transportprozesse (LTTT) beschäftigt sich innerhalb TAO zum einen mit
- übergreifenden Aspekten von Energiesystemen und Energietechnologien bis hin zu ökonomischen, ökologischen und gesellschaftspolitischen Analysen
und zum anderen mit
- Themen der thermischen Energie, z.B. der Abwärmenutzung und der Kraft-Wärme-Kopplung.
Besondere FuE-Schwerpunkte sind aktuell
- dezentrale Stromerzeugungsanlagen und hierbei insbesondere der Organic Rankine Cycle sowie
- stationäre und mobile latente thermische Speicher.
Aktuelles Forschungsbeispiel: Stromerzeugung aus Abwärme und regenerative Energien
Ein Frischdampfdruck von 250 bar und eine Temperatur von bis zu 550 °C; das sind die heute üblichen Parameter zur Stromerzeugung mittels der Expansion von Wasserdampf in Turbinen moderner Großkraftwerke.
Der Verwandte dieses Rankine-Kreisprozesses, der Organic Rankine Cycle oder kurz ORC, arbeitet bei niedrigen Temperaturen und Drücken, wodurch aus technischer und wirtschaftlicher Sicht eine Fülle neuer Anwendungsgebiete, wie z.B. die Geothermie oder industrielle Abwärme erschlossen werden.
Mit Blick auf die verschiedenen Einsatzgebiete des ORC-Prozesses und die damit verbundene Bandbreite an unterschiedlichen Rahmenbedingungen wurden am ZET Simulationsprogramme entwickelt, mit denen verschiedene Schaltungsvarianten untersucht und so besonders geeignete Konzepte identifiziert werden können.
Zudem betreibt der LTTT unterschiedliche Laboranlagen bis hin zu Demonstrationsanlagen im Leistungsbereich kleiner 15 kWel.
Bild: Das ORC-Minikraftwerk mit Mikro-Expansionsturbine und thermischem Speicher

Verantwortlicher
Prof. Dr. Thorsten Staake
Universität Bamberg
Forschung: Schulterschluss von Digitalisierung und Verhaltensökonomie
Vernetzte Alltagsgegenstände und intelligente Produkte machen umfassende Verbrauchs- und Verhaltensdaten verfügbar. Wir sind angetreten, um den Wert dieser Daten zu realisieren und für eine nachhaltige Entwicklung und digitale Dienstleistungen nutzbar zu machen.
Forschungsschwerpunkte unserer Arbeit sind:
- die Entwicklung und der Einsatz von Verfahren des Maschinellen Lernens, um Verhaltensmuster und Systemzustände automatisiert zu erkennen
- die Untersuchung der Mechanismen von Verhaltensinterventionen unter realen Bedingungen im Feld
- die Entwicklung skalierbarer digitaler Interventionen z.B. in den Bereichen Energie, Wasser, Mobilität und Gesundheit und
- die Entwicklung von Dienstleistungen und Geschäftsmodellen, die auf den gewonnenen Informationen aufbauen
Zahlreiche unserer Arbeiten wurden ausgezeichnet (z.B. als Research Highlight durch Nature), dienen als zentrale Entscheidungsgrundlagen für die Politik (z.B. die Folgeabschätzung zur Einführung von Smart Metering in der Schweiz) oder führten zur Ausgründung erfolgreicher Spinoffs (BEN Ener-gy AG, www.ben-energy.com und Amphiro AG, www.amphiro.com). Unsere Forschungsergebnisse sind in den führenden Fachzeitschriften im Bereich Information Systems (z.B. MIS Quarterly, Management Science) und Energie (z.B. Nature Energy, Applied Energy, Energy, Energy Policy, Transportation Research) erschienen. Eine Liste unserer Publikationen finden Sie hier.
Unternehmenspartnerschaften
Die Digitalisierung verknüpft Unternehmen enger mit ihren Kunden und verschiebt die Grenzen klassischer Informationssysteme bis in die Wohnungen, Autos und Smartphones der Bürger. Den Schwerpunkt unserer Praxisprojekte bilden Verfahren des Maschinellen Lernens sowie Methoden aus der Verhaltensökonomie, um Verhaltensmuster zu erkennen, Kundenverhalten zu verstehen, Geschäftsprozesse zu verbessern und die Entwicklung digitaler Dienstleistungen voranzutreiben. Dazu kooperieren wir eng mit unseren Partnerunternehmen und Spinoffs und unterstützen so die digitale Transformation von Unternehmen.