Digitale Ausstellung

3x3 der Sportgeschichte - Historische Sporttechnologien aus Coburger Sammlungen

 

Teil 3: Drei Fussbälle

Fussball ist in Deutschland der Leistungs- und Volkssport Nummer eins. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Fussball-Metaphern in unsere Alltagssprache eingegangen sind.

Bekannte Beispiele sind „am Ball bleiben“, „im Abseits stehen“, „ein Eigentor schießen“ oder „die gelbe Karte erhalten“. Der englische Ausdruck für „Anstoß“ ist „kick-off“ und wird im Business-Kontext gerne für Auftaktveranstaltungen verwendet. So auch im März 2022, als der neue Coburger Hochschulpräsident Stefan Gast sein Amt antrat. Während dieser „kick-off“ analog verlief, hat sich die Digitalisierung inzwischen auch im Fussball bemerkbar gemacht. In der Bundesliga sind elektronische Torlinientechnik und Videoschiedsrichter zum Standard geworden, in vielen Vereinen werden Smart Shirts und Smart Balls, Wearables und andere digitale Medien zur Gewinnung und Auswertung von Trainingsdaten verwendet. Da ist der Schritt zu Videospielen und E-Sport nicht mehr groß.

 

3-1 Lederbälle (1920er Jahre)

Bild: Christian Holtorf

Objekte: Zwei Lederbälle aus den 1920er Jahren. Sammlung Thorsten Kotschy, Eicha.

Der hellere Lederball stammt aus Mönchröden und wurde höchstwahrscheinlich von der Spielvereinigung Mönchröden in den 1920/30er Jahren benutzt. Die Spielvereinigung Mönchröden ist ein Vorkriegsverein, aus dem unter anderem der heutige TSV Mönchröden entstanden ist. Diese Spielvereinigung schloss sich nicht dem DFB an, sondern den Arbeitervereinen und musste im Nationalsozialismus durch das Gleichschaltungsgesetz

fusionieren bzw. aufgelöst werden.

Der dunklere Lederball stammt sogar aus noch älteren Zeiten (Anfang 1920er Jahre). Herkunft ist wahrscheinlich die damalige Fussballhochburg Bamberg.

 

 Thorsten Kotschy

 

3-2 Adidas miCoach Smart Ball (2014)

Objekt: Adidas miCoach Smart Ball, ca. 2014. Ball in Originalverpackung mit Aufladestation. Privatbesitz. Mit im Bild sind Franz Kreuzpaintner und Christian Holtorf.

Adidas hat einen Bluetooth-fähigen Fussball auf den Markt gebracht, der Ballgeschwindigkeit, Flugbahn, Schusskraft, Balldrehung und Auftreffpunkte aufzeichnet. Die Smart Ball App bietet verschiedene Programme und Herausforderungen, um Schussgeschwindigkeiten und Ballflugbahnen nachzubilden.

In der Mitte des Balls befinden sich mehrere Sensoren, welche von Lederbändern festgehalten werden. Ebenfalls ist ein kleiner Akku verbaut, um die Sensoren und die Bluetooth-Schnittstelle mit Energie zu versorgen. Dieser Akku kann dann durch die Ladestation mittels Induktion aufgeladen werden. Mithilfe einer App, welche die Messdaten der Sensoren anzeigt, können nun die Daten des Schusses ausgelesen werden. Um die Messungen korrekt durchführen zu können, muss aber auf die Positionierung des Balls, die Kommunikation zwischen Ball und App und auf den Schuss geachtet werden. Mit Sensoriktechniken im Fussball haben sich Studierende im Projektseminar "Sporttechnologien: Praktiken, Innovationen, Trends" im Sommersemester 2022 an der Hochschule Coburg beschäftigt. 

 

Franz Kreuzpaintner

 

Seminararbeit als pdf (siehe auch TAO-Themenjahr)

 

3-3 Fussball zum „Kick-Off“ (2022)

Bild: Hochschule Coburg

Objekt: Fussball der FIFA WM 2006 Germany. Marke: Adidas, Modell: Teamgeist Variante Replique, Größe: 5, Herstellungsland und -region: Deutschland, Herstellernummer: 948709. Der Ball trägt mehrere Originalautogramme.

Bei dem Ball handelt es sich um das Modell, das während der Fussballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland verwendet wurde. Es handelt sich jedoch nicht um einen Originalball, sondern um eine Kopie.

Den Ball erhielt der neugewählte Coburger Hochschulpräsident Prof. Dr. Stefan Gast am 14. März 2022 aus Anlass seines Amtsantritts. Er wurde von der Vorsitzenden des Hochschulrats, Andrea Prehofer, überreicht. Vor und während der Veranstaltung signierten ihn die Mitglieder der Coburger Hochschulleitung, die Vorsitzenden des Senats und des Hochschulrats sowie der Bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume. Auf dem Sockel befindet sich ein Messingschild mit der Gravur: „HOCHSCHULE COBURG Kick-Off der Präsidentschaft am 15.03.2022 Prof. Dr. Stefan Gast“.

Der Fussball trägt außerdem eine Unterschrift der Schweizer „Schiedsrichterlegende“ Urs Meier. Meier war von 1994 bis 2004 FIFA-Schiedsrichter und pfiff in dieser Zeit bei mehreren Welt- und Europameisterschaften sowie in Champions League und UEFA-Cup. Im Anschluss arbeitete er bis 2018 als Fussballkommentator des ZDF.

Präsident Stefan Gast hat selbst viele Jahre aktiv Fussball gespielt. Der Ball wurde aufgrund seiner Bedeutung als Teil des deutschen „Sommermärchens“ und aufgrund seines Namens „Teamgeist“ als Geschenk ausgewählt. Er soll das „Kick-off“ zum Amtsantritt symbolisieren und ist weniger für den Sportplatz als für das Büroregal gedacht.

Während der Veranstaltung zur Amtsübergabe (Hochschulfernsehen via YouTube) fand auch ein Torwandschießen statt, für das ein leichterer Softball verwendet wurde.