Kooperative Promotionen im Bereich Mensch und Technik

Promovend

Maik Szendy

Betreuer

Prof. Dr. rer. nat. Markus A. Horn, Universität Hannover (früher Bayreuth)

Prof. Dr. Matthias Noll, Hochschule Coburg


Im Projekt „Entwicklung eines Verfahrens zur Minimierung gesundheitlicher Gefährdungen durch Listerien mittels neuartig verkapseltem Nisin“, welches von ZIM gefördert wird, wird an einer neuen Technologie zur Optimierung der Lebensmittelsicherheit von Käseprodukten geforscht. Immer wieder werden Käse aufgrund des Nachweises von Krankheitserregern (z.B. Listeria monocytogenes) in Lebensmitteln zurückgerufen. Neue Verfahren sollen eingesetzt werden, die die Listerien effektiv im Lebensmittel reduzieren und deren weiteres Wachstum verhindern. Hierzu wird eine kontrollierte Freisetzung des Lantibiotikums Nisin (lebensmittelzugelassenes Konservierungsmittel E234) über die Zeit durch eine Mikroverkapslung realisiert. Im Rahmen des Projektes sind zwei mittelständige Unternehmen involviert. Dabei erfolgt die kooperative Promotion federführend von Prof. Dr. Horn (früher Universität Bayreuth) und Prof. Dr. Noll (Hochschule Coburg). Maik Szendy untersucht an der Hochschule Coburg den Einsatz von mikroverkapseltem Nisin während der Weichkäse Herstellung. An artifiziell kontaminierten Oberflächen der Käse erarbeitet er Strategien zur Inhibition von Listerien mittels molekularbiologische, mikrobiologische und bioanalytische Methoden. Vordergründig untersucht er dabei die Bioverfügbarkeit des mikroverkapseltem Nisin und die Risikoabschätzung bei längerer Exposition der Käse mit Nisin.

Promovendin

Marwa Malhis

Betreuer

Prof. Dr. Susanne Aileen Funke, Hochschule Coburg

Prof. Dr. Andreas Römpp, Universität Bayreuth

 

Die Alzheimer-Demenz (AD), lateinisch Morbus Alzheimer, ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust kognitiver Funktionen gekennzeichnet ist und typischerweise mit Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologischen Symptomen einhergeht. AD kann bis heute nur begrenzt symptomatisch behandelt werden. Trotz größter Forschungsanstrengungen ist bisher kein kausales Therapeutikum zugelassen, welches die zugrundeliegenden pathologischen Prozesse langfristig aufhalten oder gar rückgängig machen kann.

Die Erkrankung ist durch die pathologische Aggregation zweier Proteine, dem Abeta-Peptid und dem Tau-Protein, gekennzeichnet. Beide Arten von Proteinaggregaten gelten als neurotoxisch, während die jeweiligen Monomere nicht toxisch sind bzw. wichtige Funktionen in Wirbeltierzellen innehaben.

In diesem Projekt sollen mittels Phagendisplay D-enantiomere Peptide entwickelt werden, die die Aggregation von Tau inhibieren. D-enantiomere Peptide haben den Vorteil, dass sie in der Regel proteaseresistent sind und nach oraler Verabreichung systemisch aufgenommen werden können. Da sie chemisch synthetisiert werden, ist ihre Modifizierung und somit Optimierung einfach.

Promovendin

Mareike Popp

Betreuerin/Betreuer

Prof. Dr. Veronika Hammer, Hochschule Coburg

Prof. Dr. Henriette Engelhardt-Wölfler, Universität Bamberg

Prof. Dr. Kai Fischbach, Universität Bamberg


Im Forschungsbereich „Demografischer Wandel und Technik“ können kooperative Promotionsvorhaben angesiedelt werden, die sich an der Schnittstelle von demografisch relevanten Forschungsthemen in der Sozialen Arbeit und angrenzenden Disziplinen sowie innovativen technischen Entwicklungen bewegen.

Derzeit findet in diesem Forschungsbereich ein kooperatives Promotionsprojekt zum Thema „Sozialer Raum und Lebenszufriedenheit im Alter“ statt. In der Dissertation wird untersucht, inwiefern außerhäusliche Mobilität und soziale Beziehungen älterer Menschen deren Lebenszufriedenheit determinieren (Lebenszufriedenheit im Alter: siehe Abbildung 1). Es wird davon ausgegangen, dass auch die Sozial- und Infrastruktur der Region eine beeinflussende Rolle spielt. Die Lebenszufriedenheit im Alter verteilt sich nach Regionen unterschiedlich (Verteilung in West- und Ostdeutschland: siehe Abbildung 2). Soziale Kontakte sind räumlich angesiedelt und hängen unter Umständen mit infrastrukturellen Merkmalen zusammen. Genauso kann eine gute Infrastruktur des Raumes die Mobilität im Alter erleichtern. Teilweise entstehen Mobilitätsbarrieren durch mangelnde Strukturen, welche besonders ältere Personen treffen. Dies bedeutet, dass sich nachteilige Effekte für ältere Personen kumulieren könnten.

Im Dissertationsprojekt werden etwaige Einflussfaktoren auf die Lebenszufriedenheit anhand von repräsentativen Surveys und flächendeckenden Indikatoren der Raumentwicklung geprüft.

Eine explorative Feldstudie untersucht auf der Grundlage regionaler Mobilitätsanalysen das Zusammenspiel von Mobilität, sozialen Beziehungen und der räumlichen Struktur näher. Mit Hilfe technischer Artefakte zeichnet sie die Bewegungen älterer Personen im ausgewählten ländlichen Raum auf und verbindet diese mit Aussagen über die individuelle Mobilität und die persönlichen sozialen Beziehungen älterer Probanden und Probandinnen, die durch teilstrukturierte Interviews erhoben wurden.

Die Forschungsarbeit testet somit nicht nur eine innovative Erhebungsform von Mobilitätsdaten für die Sozialwissenschaften, sondern sie erhebt auch den Einfluss der Faktoren auf die Lebenszufriedenheit im Alter. Mittels dieser Triangulation erweitert das Dissertationsprojekt das Verständnis für räumliche Bezüge in der soziologischen Forschung. Hinsichtlich der demografischen und infrastrukturellen Wandlungsprozesse in Deutschland, leistet das Dissertationsprojekt einen prospektiven Beitrag zur wohlfahrtsbezogenen Alternsforschung.

Abbildung 1: Allgemeine Lebenszufriedenheit in der zweiten Lebenshälfte

Abbildung 2: Allgemeine Lebenszufriedenheit im Ost-West-Vergleich

Promovendin

Julia Kenzel

Betreuerin/Betreuer

Prof. Dr. Susanne Aileen Funke, Hochschule Coburg

Prof. Dr. Andreas Römpp, Universität Bayreuth

Dr. Dagmar Adeline Brüggemann, MRI Kulmbach


Listeria monocytogenes ist ein pathogenes Bakterium, welches eine Reihe von Erkrankungen beim Menschen und bei Tieren, auch als Listeriose bezeichnet, verursacht. Der häufigste Infektionsweg ist die Aufnahme über verunreinigte Lebensmittel. Immer wieder berichten Medien über Rückrufaktionen von kontaminierten Fleisch- und Käseerzeugnissen. Bei Risikogruppen (schwangeren Frauen, Neugeborenen, immunsupprimierten Patienten) verursacht L. monocytogenes trotz Antibiotikabehandlung eine Mortalitätsrate von 20-30 %. Somit ist es von hoher Bedeutung, Listerien in Lebensmittels zu detektieren bzw. die Besiedlung menschlicher Zellen im Darmepithel durch Listerien zu verhindern. In diesem Projekt sollen Substanzen entwickelt werden, die spezifisch an Listerien binden und die sowohl zur Detektion dieser dienen, die aber auch die Interaktion zwischen Listerien und der Wirtszelle verhindern sollen.