Gesundheit

Verantwortlicher

Prof. Dr. Niko Kohls

Hochschule Coburg

 

Überblick:

  • Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Lebenswelten
  • Medizinische Psychologie / Gesundheitspsychologie / Neurowissenschaft
  • Forschung zu Stressbewältigung / Resilienz / Lebensqualität / Wohlbefinden im klinischen / nichtklinischen Kontext

Das Team um den Medizinpsychologen Prof. Dr Kohls beschäftigt sich mit der Entwicklung und Evaluierung gesundheitsförderlicher Maßnahmen, vor allem im Kontext von Medizin, Arbeitswelt, Schule, Hochschule und Pflege.

Multimodale Stressbewältigungsprogramme wie z.B. für den jeweiligen Kontext entwickelte achtsamkeitsgestützte Programme sind ein wichtiger Bestandteil von Gesundheitsförderung. Studien des Teams von Professor Kohls haben in mehr als 25 Unternehmen und Institutionen im Bildungssektor sowie im klinischen Setting gezeigt, dass Teilnehmer des Programms bereits in vergleichbar kurzer Zeit psychologische und neurobiologische Veränderungen zeigen. So fühlten sich bei einem einmaligen Achtsamkeitstraining in der Woche die betreffenden Personen nach zwei bis drei Monaten besser, ausgeruhter. Die Auswirkungen von Achtsamkeitsprogramme in Unternehmen über einen längeren Zeitraum zeigen darüber hinaus aber auch Auswirkungen auf die Organsaitionskultur. Es entwickeln sich beispielsweise Gruppen- und Organisationsparameter, der Teamgeist verbessert sich signifikant.

Die Digitalisierung beeinflusst aber auch die Entwicklung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen und die Entstehung sogenannter „hybrider Programme“, beispielweise durch die Kombination von Neurofeeedback-Training und achtsamkeitsbasierten Interventionen. Eine neuere Entwicklung im Bereich der Stressbewältigung stellen aber auch Apps für Smartphones dar. Sie sollen ihre Nutzer mit verschiedenen Übungen und Anleitungen bei der Bewältigung von Stress unterstützen, was in Studien durch die Forschungsgruppe um Professor Kohls seit einiger Zeit gezielt untersucht wird. Darüber hinaus werden mittels Interviews mit Nutzern solcher Apps der Bedienbarkeit, Nutzung sowie die Akzeptanz der App bewertet.

Verantwortlicher

Prof. Dr. Jörg Scheidt

Hochschule Hof

 

Ziel des Projektes ist die systematische Untersuchung von Faktoren, welche anfallartige Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen auslösen können. Dabei wird auf die Mitwirkung vieler Patienten gebaut, welche nach einer Registrierung über eine Web-Anwendung oder über Smartphone-Apps ihre Anfälle melden.

Bisherige Studien waren oft nur sehr regional ausgerichtet, beispielsweise durch die Auswertung von Patientendaten einer Schmerzklinik, und es stand oft nur eine recht kleine Anzahl von Anfallmeldungen zur Verfügung. Wir wollen daher eine große Anzahl von Anfallmeldungen überregional - am Projekt können alle Betroffenen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnehmen - sammeln, dies wird eine Vielzahl von Auswertungen ermöglichen.

Pro Anfall werden verschiedene Begleitumstände sowie auch die Ortsinformation des meldenden Patienten gespeichert. So können die Daten beispielsweise mit den regionalen Wetterdaten verknüpft werden. Dies erlaubt die Untersuchung, ob Wetterumschwünge zu einer vermehrten Zahl von Migräneanfällen führen können. Dieser Zusammenhang wird von vielen Patienten vermutet, konnte wissenschaftlich aber noch nicht nachgewiesen werden.

Das Projekt wird mit der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein sowie dem Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Rostock durchgeführt.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.migraene-radar.de.

Verantwortlicher

Prof. Dr. Andreas Römpp

Universität Bayreuth

 

Schnelle und berührungsfreie Kontrolle mit Hilfe spektroskopischer Verfahren

Qualitätsmerkmale von Nahrungsmitteln und Rohstoffen vor Ort und on-line erfassen zu können, ist für Wareneingang, Sortierung und Überwachung von erheblichem Interesse, um frühzeitig im Ver­ar­bei­tungs­prozess eingreifen zu können. Optische Verfahren sind hierzu besonders geeignet, da sie schnell, berührungslos und zerstörungsfrei arbeiten. Da die Proben dabei unversehrt bleiben sollen, d.h. möglichst nicht aufbereitet werden, stellen Variabilität und Inhomogenität der natürlichen Pro­dukte eine besondere Herausforderung dar. Entsprechend werden hohe Anforderungen an die Spezi­fität der eingesetzten Verfahren gestellt und in der Regel sind ergänzende Kenntnisse über das Mess­gut erforderlich.

Als spezifisches Verfahren erlaubt die Raman-Spektroskopie zum Beispiel, Art und Zu­stand von Nah­rungsmitteln zu erfassen, wobei Messungen auch durch eine Verpackung hindurch erfolgen können.  Das gestreute Licht gibt wie ein Fingerabdruck Auskunft über die molekulare Zu­sammen­set­zung der Probe. Hierdurch können biochemische, strukturelle und mikrobiologische Ver­änderungen detektiert werden.

Die Forscher am Lehrstuhl für Bioanalytik und Lebensmittelanalytik beschäftigen sich am Beispiel Fleisch mit wissenschaftlichen Fragestellungen, die den Einfluss physikalischer, biochemischer und mikrobiologischer Prozesse im Nahrungsmittel auf die in-situ Messung untersuchen und so über ein grundlegendes Verständnis der Zusammenhänge zur Anwendbarkeit dieser Messverfahren zur nicht-invasiven Qualitätsbestimmung beitragen.  Schwer­punkte liegen dabei auf der Entwicklung neuer Messtechniken und Verfahren zur Daten­aus­wertung.

Verantwortliche

Prof. Dr. Aileen Funke

Hochschule Coburg

 

Prof. Funke ist in Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Römpp von der Universität Bayreuth im Feld der Alzheimer Demenz (AD) Forschung auf der Suche nach einer effektiven Behandlung dieser neurodegenerativen Erkrankung.

AD ist durch den fortschreitenden Verlust kognitiver Funktionen gekennzeichnet und geht typischerweise mit Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologischen Symptomen einher. AD kann bis heute nur begrenzt symptomatisch behandelt werden. Trotz größter Forschungsanstrengungen ist bisher kein kausales Therapeutikum zugelassen, welches die zugrundeliegenden pathologischen Prozesse langfristig aufhalten oder gar rückgängig machen kann.

Die Erkrankung ist durch die pathologische Aggregation zweier Proteine, dem Abeta-Peptid und dem Tau-Protein, gekennzeichnet. Beide Arten von Proteinaggregaten gelten als neurotoxisch, während die jeweiligen Monomere nicht toxisch sind bzw. wichtige Funktionen in Wirbeltierzellen innehaben.

In der Arbeitsgruppe Funke werden mittels Phagendisplay D-enantiomere Peptide entwickelt, die die Aggregation von Tau inhibieren. D-enantiomere Peptide haben den Vorteil, dass sie in der Regel proteaseresistent sind und nach oraler Verabreichung systemisch aufgenommen werden können. Da sie chemisch synthetisiert werden, ist ihre Modifizierung und somit Optimierung einfach.

Verantwortlicher

Prof. Dr. Jörg Scheidt

Hochschule Hof

 

Ziel des Projektes ist der Betrieb eines Web-basierten interdisziplinären Symptomfragebogens. Dabei beantworten Patienten einen umfangreichen, dynamisch erstellten Fragebogen, welcher dann durch das behandelnde Zentrum für den jeweiligen Patienten eingesehen und ausgewertet werden kann. Die Speicherung der Daten geschieht dabei so, dass nur das behandelnde Zentrum die Verknüpfung der Fragebogendaten mit den Patientenstammdaten vornehmen kann. Andererseits können aber statistische Auswertungen aller Daten in anonymisierter Form erstellt werden, so dass die erhobenen Daten als Grundlage für medizinische Studien dienen können.

Das Projekt wird mit dem Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich durchgeführt.

Verantwortliche

Prof. Dr. Aileen Funke

Hochschule Coburg

 

In einem weiteren Forschungsprojekt widmet sich Prof. Dr. Funke, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Römpp (Universität Bayreuth) der Verhinderung von Infektionen durch Pathogene in Lebensmitteln. Bei diesem Projekt ist zudem das Max-Rubner Institut in Kulmbach unter der Leitung von Dr. Dagmar Brüggemann involviert.

Listeria monocytogenes ist ein pathogenes Bakterium, das über verunreinigte Lebensmittel aufgenommen wird und das beim Menschen Listeriose verursacht. Medien berichten jährlich über Rückrufaktionen von kontaminierten Fleisch- und Käseerzeugnissen. Bei Risikogruppen verursacht das Bakterium trotz Antibiotikabehandlung eine Mortalitätsrate von 20 –   30 %. Somit ist es von hoher Bedeutung, Listerien in Lebensmitteln nachzuweisen bzw. die Invasion in menschliche Zellen zu verhindern.

In unserer Arbeitsgruppe werden mittels Phagendisplay Peptide entwickelt, die spezifisch an L.monocytogenes binden. Spezifisch an L.monocytogenes bindende Substanzen können die Invasion der Wirtszelle verhindern sowie die Detektion von L.monocytogenes ermöglichen. Weiterhin ist eine spezifische Immobilisierung der Listerien möglich.

Verantwortlicher

Prof. Dr. Andreas Römpp

Universität Bayreuth

 

Der Lehrstuhl für Bioanalytik und Lebensmittelanalytik beteiligt sich an einem großen Screening-Projekt zu neuen Tuberkulose-Medikamenten im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF, www.dzif.de). Derzeit gibt es keine wirksame Impfung gegen die Lungentuberkulose und es gibt nur eine begrenzte Anzahl wirksamer Medikamente gegen TB. Im Rahmen von DZIF wird eine umfassende Plattform zur Identifikation und Wirksamkeitstestung für Medikamente erstellen und gleichzeitig Wirkstoffe identifizieren, die später getestet werden können. In einem neuen Mausmodell, das eine dem Menschen ähnlichere Pathologie aufweist, werden verschiedene Kombinationen geprüft und mit verfügbaren menschlichen Daten validiert. Die spezielle Expertise der Forscher am Lehrstuhl für Bioanalytik und Lebensmittelanalytik liegt in der ortsaufgelösten Analyse mit Hilfe der Massenspektrometrie. Mit dieser Methode können Wirkstoffkonzentrationen (und deren Abbauprodukte) im Gewebe sichtbar gemacht werden. . In enger Zusammenarbeit mit dem Tropeninstitut des Klinikums der Universität München und dem Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien in Borstel werden diese Daten ausgewertet und sollen zu einer effizienteren Entwicklung neuer Medikamente gegen Tuberkulose beitragen.