International Conference on Information Systems

 

Bei der International Conference on Information Systems, die vom 10 bis 13 Dezember in Seoul (Südkorea) stattfand, haben wir den Beitrag „Designing Pervasive Information Systems: A Fashion Retail Case Study“ vorgestellt. Der Artikel entstand aus einer Zusammenarbeit mit Universität Würzburg; der Erstautor ist dort wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung (Prof. Dr. Thiesse). Im Folgenden findet eine Darlegung des Artikels statt.

 Zu Beginn des Konferenzbeitrags diskutieren wir zunächst die Gestaltung von Informationssystemen. Durch die zunehmende Durchdringung des Alltags mit Informationssystemen ergeben sich viele neue Potenziale (z. B. Automatisieren von Prozessen), allerdings gibt es im Rahmen einer steigenden Digitalisierung Hindernisse, die diese Entwicklung einschränken (z. B. soziale Widerstände bei der Gestaltung neuer Informationssysteme; Fehlmessungen der Sensoren/Infrastruktur).

In dem Artikel erweitern wir zunächst eine kurze veröffentlichte Design-Theorie und stellen dazu anschließend ein sog. Automated Checkout System als Fallbeispiel vor. Als Automated Checkout System wird ein Informationssystem verstanden, das es erlaubt den Kassiervorgang vollständig zu automatisieren. Einzelhandelskunden können sozusagen mit ihren Produkten einfach den Laden verlassen und das System ist dabei gleichzeitig fähig

-           zu erkennen, dass die Artikel den Laden verlassen,

-           die Artikel zuverlässig den Kunden zuzuordnen,

-           und anschließend den Zahlvorgang zu initiieren.

 

In dem Forschungsbeitrag stellen wir als Erste einen Ansatz vor, der die ersten beiden Punkte ermöglicht. Dabei besteht unser Prototyp aus RFID-Hardware und Softwarekomponenten, die low-level RFID-Daten weiterverarbeiten. Wegen des Anwendungsgebiets und der verwendeten Technologie sind die Herausforderungen des Systems technischer (z. B. Interferenzen der UHF RFID-Technologie) und menschlicher Art (z. B. unvorhergesehenes Kundenverhalten).

Das System wurde anhand umfassender Tests unter repräsentativen Laborbedingungen getestet und erkennt in Echtzeit, dass RFID-etikettierte Artikel den Laden verlassen und ordnet anschließend die Artikel zuverlässig den Kunden zu. Falsche Zuordnungen passieren lediglich in Fällen, bei denen Kunden einen sehr ähnlichen Laufweg haben (z. B. nebeneinander laufen) und gleichzeitig den Einkaufsladen verlassen.

Unser Forschungsbetrag ist die erste Arbeit, die die Machbarkeit eines RFID-basierten Automated Checkout Systems untersucht und bestätigt. Das ist insofern sehr relevant, da die RFID-Technologie zunehmend im Modeeinzelhandel eingesetzt wird und die zusätzlichen Investitionskosten gering für den gebotenen Mehrwert sind.

Der Konferenzbetrag wurde auf der wichtigsten internationalen Konferenz der Wirtschaftsinformatik mit zwei Preisen geehrt. Zum einen wurde der Artikel als Zweitbester von 406 angenommenen Artikeln ausgezeichnet den Best Conference Track Paper Award (Track: HCI, Design Issues and Design Science Research).

 

 Best Paper Award Runner-Up (Second Place) & Best Track Paper: HCI, Design Issues and Design Science Research

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